Dunkelblau fast Schwarz – der Film

dunkelblaufastschwarz-filmposter„DunkelblauFastSchwarz“ (in der Schreibweise abgeleitet vom spanischen Originaltitel „AzulOscuroCasiNegro“) ist ein Sozialdrama, welches 2006 erschienen ist. Regie führte bei dem sozialkritischen Film, der in Spanien gedreht wurde, Daniel Sánchez Arévalo. Auch das Drehbuch stammt von ihm. „DunkelblauFastSchwarz“ erhielt mehrere Auszeichnungen in Spanien und Italien.

Jorge fühlt sich zutiefst für den Schlaganfall seines Vaters verantwortlich

Vor sieben Jahren war Jorge (Quim Gutiérrez) noch ein völlig anderer Mensch. Damals erwischte ihn sein Vater während einer Vandalismus-Tat. Dadurch kam es bei seinem Vater zu einem Schlaganfall, der ihn zum Pflegefall machte. Weil sich Jorge dafür verantwortlich fühlt, ist es natürlich er, der die Pflege übernommen hat. In dem Wohnhaus, in dem sie wohnen, arbeitet er außerdem als Hausmeister und Pförtner. Allerdings will er aus diesem tristen Berufsalltag herauskommen und schließt daher ein Fernstudium ab. Es kommt auch zu zahlreichen Bewerbungsgesprächen, doch will Jorge nicht erklären, weshalb und warum er die letzten Jahre seinen Vater so inbrünstig gepflegt hatte.

Das ist bei sämtlichen Bewerbungen der Grund dafür, dass er ausschließlich Absagen erhält. Über dieses und andere Themen sowie das ganze Leben im Allgemeinen seniert er immer wieder mit seinem besten Freund Israel (Raúl Arévalo). Den nennen allerdings alle nur Sean, weil er Sean Penn zum Verwechseln ähnlich sieht. Als Platz für die zahlreichen Gespräche haben sie sich das Dach des Wohnhauses ausgesucht, weil sie von hier alles ausgesprochen gut beobachten können und so das Leben um sie herum auch für Gesprächsstoff sorgt. In dem Haus ist auch Jorges große Jugendliebe, Natalia (Eva Pallarés), aufgewachsen.

Sein Bruder bittet Jorge um einen außergewöhnlichen Dienst

Die hatte im Ausland ein Praktikum begonnen, weshalb sich die beiden zunächst aus den Augen verloren. Doch nun ist sie zurückgekommen, was auch Jorge nicht entging. Doch noch immer nicht wagt er es, sie anzusprechen, weil ihm sein eigenes Leben dazu viel zu bedeutungslos vorkommt. Jorge hat auch einen Bruder, Antonio (Antonio de la Torre). Der sitzt im Gefängnis und hat dort eine Gefangene, Paula (Marta Etura), kennengelernt. Die wird aber im Frauentrakt immer wieder misshandelt. Der einzige Ausweg aus dieser Situation wäre eine Schwangerschaft, weil sie dann in einen anderen Bereich verlegt werden würde.

Doch nachdem Antonio selbst einsitzt, kann er das natürlich nicht übernehmen. Deshalb bittet er seinen Bruder Jorge, dieses „Opfer“ für ihn zu erbringen, was der nach einigem Zögern auch macht. Doch verliebt sich Jorge ebenfalls in die attraktive Paula. Unterdessen sitzt sein Freund Sean alleine auf dem Dach des Wohnhauses und muss schockiert mit ansehen, wie gegenüber sein Vater zu einem Masseur geht, um sich von dem Mann sexuell befriedigen zu lassen. Überall wird nun die jeweilige Situation eskalieren. Bei Sean, als er seinen Vater zur Rede stellen möchte und bei Jorge, nachdem sein Bruder von der Liebesromanze zwischen Paula und ihm erfährt.

Daniel Sánchez Arévalo – dank DunkelblauFastSchwarz gefeierter Regisseur

Aber nach wie vor ist Jorge in diesem Chaos um eine Verbesserung seiner Lebensumstände bemüht. Als Symbol für seinen Ehrgeiz steht dabei ein schicker Anzug, der in einem Laden schon mehrfach reduziert ausgestellt ist, den sich Jorge aber dennoch nicht leisten kann. Dieser Anzug ist dunkelblau fast schwarz. Wird ihm diese Motivation helfen, alle Probleme zu lösen und vor allem sein Leben zu verbessern? „DunkelblauFastSchwarz“ ist ein gelungenes Sozialdrama, das alles ebenso kritisch wie schräg beleuchtet. Und je nach Betrachtungsweise sieht alles plötzlich ganz anders aus – so wie auch aus Dunkelblau fast schwarz wird, wenn das Licht anders auf den Anzug scheint. Die Kritiker in Spanien waren von dem Film von Daniel Sánchez Arévalo schwer begeistert und feierten ihn mit wahren Lobeshymnen. Dementsprechend konnte das eigensinnige und sehenswerte Drama auch etliche renommierte Auszeichnungen einkassieren.

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